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Adamas - Die Geschichte der Diamanten

Diamanten sind erst seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. mit Sicherheit bekannt. Das klassische Diamantenland war Indien. Der damals am indischen Hof lebende Staatslehrer Kautilya beschrieb in seinem Buch „Arthasastra“ die markanten Farbeigenschaften dieses edlen Steines. Dort wurde dieser hochwertige Stein bereits zur Bildung des Staatsschatzes verwendet. Als Qualitätsmerkmal galt die Vollkommenheit der sechs scharfen Spitzen, der acht gleichmäßigen und glatten Flächen und der zwölf geraden Kanten des Diamantoktaeders. Die Ausbildung einer idealen Kristallform war von großer Wichtigkeit, da die Bearbeitung des Diamanten wegen seiner Härte anfangs lediglich durch Nachpolieren einzelner Flächen erfolgen konnte.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. nannten die Griechen Diamanten Adamas, was ursprünglich der Unbezwingbare hieß, wegen seiner unübertrefflichen Härte. Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos von Eresos (372-287 v. Chr.) verwendet die Bezeichnung Adamas in seiner Schrift „Peri Lithon“ erstmals auch für den Diamanten und gebrauchte ihn als Beispiel für „unbrennbare Steine“.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. waren Diamanten bei den Römern selten. Der Adamas galt beim römischen Gelehrten und Offizier Gaius Plinius Secundus Maiorals (23-79 n. Chr.), als der wertvollste Stein überhaupt. In seiner „Historia naturalis“, die bis in das Mittelalter hinein von maßgeblicher Bedeutung war, berichtete Plinius über den Diamanten, vielfach unter Aufführung von Legenden, Mythen und volkstümlichen Ansichten: „Man prüft ihn auf dem Amboss, denn  die echten widerstehen den Schlägen so sehr, dass der Hammer beiderseits zerspringt und selbst der Amboss Risse bekommt. So ist die Härte ungeheuer, dazu besiegt seine Art das Feuer, er ist nicht erwärmbar.“ Diese ungeheure Kraft, würde nur durch Bocksblut gebrochen werden, aber nur, wenn es frisch und warm sei – eine Geschichte, die noch später als „das Märchen vom Diamantental“ bei den Abenteuern Sindbads des Seefahrers aus Tausendundeiner Nacht wiederkehrt. Zutreffend ist dagegen die Beobachtung von Plinius: „Wenn es glückt, den Diamanten zu zersprengen, so zerfällt er in so feine Blättchen, dass sie mit bloßem Auge kaum zu bemerken sind. Diese Bruchstücke werden von den Steinschleifern gesucht. In Eisen gefasst und dienen dazu, einen jeden harten Körper mit Leichtigkeit zu durchbohren.“

Zu Beginn des 7. Jahrhundert wurde der erste Diamant auf der indonesischen Insel Borneo gefunden.  Indien war nun nicht mehr die einzige Quelle, dennoch blieben die indonesischen Funde relativ unbedeutend, da die Anzahl zu gering und der Transport zu den Handelsstädten zu weit war.

Schon immer waren Diamanten mit dem Zauber des Geheimnisvollen umgeben, und insbesondere seit dem 11. Jahrhundert wurde er wegen seiner magischen Bedeutung begehrt und bereits als Talisman verwendet. Am linken Arm getragen, sollte er seinen Träger unverwundbar machen. Der deutsche Gelehrte und Bischof Albertus Magnus (1193-1280) schrieb im 13. Jahrhundert über den Adamas, den manche in dieser Zeit auch Diamas nannten: „Er ist ein sehr harter Stein, von fettem Glanz, ein wenig dunkler als der Bergkristall und so fest, dass er Eisen und alle anderen Edelsteine durchdring.“

Zur Zeit der Herrschaft von Ludwig IX. (1214-1270) König von Frankreich waren in den Jahren von 1226 bis 1270 Diamanten kaum erhältlich. Der Herrscher erließ ein Gesetz, dass Diamanten nur dem Königshaus vorbehalten bleiben. Erst ab dem 15. Jahrhundert war es auch einfachen Bürgern in Frankreich erlaubt, Diamanten zu besitzen.

Erst im 13. Jahrhundert entdeckte man, dass sich Diamanten bearbeiten lassen, was jedoch in Indien abgelehnt wurde, da die Steine so angeblich ihre magischen Kräfte verlieren könnten.

Bis in das Mittelalter wusste man noch wenig über die Eigenschaften des Diamanten. Begehrt wurde er wegen seiner Härte. Im Wert stand er hinter den Perlen, Rubinen und Smaragden. Noch im 16. Jahrhundert bestimmte der italienische Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini (1500-1571), den Wert der Diamanten auf ein Achtel des Preises von Rubinen.

Die grundlegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über die chemische Natur dieses eigenartigen Minerals stammen im 18. Jahrhundert von Antoine Laurent (1743-1794, Chemiker in Paris. Er erkannte bei Erhitzungsversuchen , dass sich Diamant unter Luftzutritt vollständig in gasförmiges Kohlendioxid CO2 umwandelt und demnach aus reinem Kohlenstoff besteht. Das chemische Symbol für Kohlenstoff C wurde dem lateinischen carbo (Kohle) entlehnt.

Die indischen Diamantminen erschöpften sich im 18. Jahrhundert allmählich. Als ein Portugiese auf der Suche nach Gold in Brasilien war, entdeckte er dort den ersten Diamanten außerhalb Asiens. Dieser Fund verursachte einen regelrechten „Diamantrausch“ der bis ins frühe 20. Jahrhundert anhielt. Im Bundesstaat Minas Gerais fand man, in den Minen um Diamantina, die schönsten Diamanten der Welt.

Der erste Diamant im Muttergestein Kimberlit wurde 1869 in Kimberley in Südafrika gefunden. Schon ein Jahr später übernahm Südafrika die Rolle des Hauptlieferanten von Diamanten weltweit, da zwischenzeitlich auch die Funde in Brasilien seltener wurden.

Blick auf die Kimberley-Mine